Neues vom Produktmanager: ET 403 N Folge 1

Mit dem ET 403 ist es eine seltsame Sache. Es gab nur 3 Exemplare, die zumindest im ersten Betrieb nicht sonderlich erfolgreich eingesetzt wurden. Trotzdem ist der Zug eine Ikone des deutschen Eisenbahnverkehrs, und gilt heute als Vorläufer des modernen Hochgeschwindigkeitsverkehrs, vor allem seines Namensvetters BR 403, dem ICE 3.

Der größte Teil des Ruhms ist sicherlich auf den Einsatz des ET 403 als Lufthansa Airport Express zurückzuführen. In diesem Service konnte der Zug mit seinem Komfort und seiner Geschwindigkeit auf normalen Strecken sein Potential zeigen, und nahm schon in den 1980er Jahren vorweg, wovon heute wieder geredet wird: Dem Verlagern vom Verkehr in der Luft (in diesem Fall Düsseldorf-Köln-Frankfurt) auf die Schiene.

Umso erstaunlicher, daß es seit einem Lima Modell aus den 1980er Jahren keine Umsetzung des Modells in Spur N gegeben hat. Dieser Umstand hat den Spur N Kollegen bei DM-Toys keine Ruhe gelassen. Und Wünsche, die aus dieser Richtung kommen, sind bei Modellbahn Union und mir natürlich ein Befehl.

27. März 1982 Erste Fahrt des Lufthansa AIrport Express von Düsseldorf Hauptbahnhof über Köln und Bonn zum Frankfurter Flughafen Foto: Iris Pippert / Lufthansa: 03.1982 D 26-13-86

Man stößt bei der Umsetzung sehr schnell auf ein paar Schwierigkeiten. Zum einen ist da die Lizenzsituation, für die man sich mit der DB und der Lufthansa einigen muß. Ich freue mich sehr, daß dies für uns als immer noch junges Unternehmen sehr erfolgreich geklappt hat.
Zum anderen gibt es da die Datenlage. Entworfen Ende der 1960er Jahre, ist es mit einer digitalen Datenlage nicht weit her. Und das bei dieser komplizierten Kopfform!

Die Entwürfe werden in so einem Fall mit einer Kombination von gedruckten Plänen, alten Modellen, 100ten von Fotos und einer unendlichen Geduld gemacht. Man nähert sich dem Wunschergebnis Schritt für Schritt an, immer auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß der Zug nicht nur gut aussehen soll, sondern auch noch funktionieren muß. Gleichzeitig muß man immer darauf achten, daß man nicht auf alte und gestauchte Modelle, Fotos in falschen Formaten oder schlicht falsch kopierten Plänen hereinfällt.

Irgendwann, in unserem Falle bei Version 15 der 3D Zeichnungen, kommt man zu dem Ergebnis, daß es besser nicht mehr werden wird. Der Zug sieht stimmig aus, die Nase hat die prägnante Form, die Scheinwerfer stehen im richtigen Winkel, die Dachaufbauten sehen beeindruckend detailliert aus, und die Anzahl der Fenster stimmt. Zeit für das „Go“ an die Konstruktion, die Formen zu bauen. Und Zeit für uns, die große Rechnung zu bezahlen, und zu hoffen, daß man alles richtig gesehen und nichts übersehen hat.

Wie sich noch herausstellen soll, hatte ich das doch…..

Gleichzeitig müssen natürlich auch die Spezifikationen für das Modell definiert werden. Natürlich mit Schnittstelle, natürlich mit Innenbeleuchtung. Nach Möglichkeit Radius 1 befahrbar, aber mit vorbildgerechten Scharfenbergkupplungen und NEM Kupplungsaufnahmen.
Aber wie die Beleuchtung steuern? Hier wurden in der Tat einige Tage damit verbracht, sich den Kopf zu zerbrechen. Am Ende mit einer pragmatischen Lösung: Da jede leitende Kupplung viel zu anfällig und zu groß gewesen wäre, um Flexibilität (das Original fuhr schließlich 1-teilig bis 7-teilig) und vorbildgerechtes Aussehen bei den Kupplungen zu vereinen, bekommt jeder Wagen seine eigene Schnittstelle. Günstigen Decodern sei Dank. Und wenn Sie den Zug gleich digital bei DM-Toys bestellen, kann Ihnen das sowieso egal sein 🙂

16 Gedanken zu „Neues vom Produktmanager: ET 403 N Folge 1

  1. Dieses Modell des ET 403 (in IC-Ausführung) ist für mich die Erfüllung eines Kindheitstraums, so wie es für viele Generationen vor mir die gute alte 01 oder 052 Dampfloks waren. Als 14jähriger Steppke dürfte ich einmal am „Tag der offenen Tür“ im Cockpit dieses Zuges von Dortmund nach Hamm und zurück fahren. Seitdem hat mich das nie mehr los gelassen- im Gedächtnis zurückgeblieben ist mir bis heute die atemberaubende Beschleunigung, auf der kurzen Strecke durfte der Zug einmal kurz 200 km/h fahren…
    Das sich endlich ein Modellbauer wieder an dieses Modell wagt, ist sensationell, besonders auch die wirklich ikonische Lufthansa-Ausführung wird DER Hingucker auf jeder N-Spur-Anlage sein! Zur Zeit gibt es nur einen Kleinserien-Veredler aus München, der den alten LimaLufthansa-Zug etwas aufgepeppelt (DCC) um die 1000,00 € verkauft, leider eben mit den unzureichenden Kupplungen und etwas zu orange-gelb… Also, ich habe meine liebe Frau schon einmal vorgewarnt, dass es in diesem Jahr wohl noch eine größere Anschaffung geben wird (gerne möchte ja beide Versionen auf meiner Anlage fahren lassen…). Eine Bitte habe ich aber an die Entwickler: bitte stattet die Antriebseinheit mit genug Standgewicht aus, denn der Rollwiderstand der Einheiten wird enorm sein, wenn jede Einheit eine eigene Schnittstelle mit eigener Stromabnahme haben wird. Das ist echt ein Problem und es ist einfach seltsam, das es da immer noch keine andere Lösung gibt (z.B. Verwendung von Krois-Kupplungen). Für den Radius-1-Einsatz sind N-Bahner ja auch zu Kompromissen bereit…✌️

    1. Wir freuen uns, das Sie sich auf das Modell freuen! Ja, das Modell wird genug Gewicht haben. Und in Sachen Radien möchten wir es nun mal möglichst vielen Leuten ermöglichen, den Zug zu fahren.

  2. Toll, eine Superidee für diesen wunderschönen Zug. Hoffentlich wird das bei diesem Perfektionsansatz nicht zu teuer.
    R1 muss wirklich nicht sein. Der Seitenhieb über stromleitende Kupplungen ist nett. Minitrix ICE-V und ICE1 lassen grüßen.
    Bei mir steht ein Lima-403 mit Faulhabermotor und Schwungmasse auf dem Abstellgleis, weil die Stromaufnahme halt Lima ist. Wir sollten trotzdem nicht über Lima ist prima lästern, die anderen Anbieter aus dieser Zeit haben z.T. auch argen Murks produziert und machen da weiter.
    Hoffentlich packen Sie den Antrieb in den Kopf, es gibt immer noch Analogfahrer mit Signalen.
    Viel Erfolg!

  3. ET 403 N
    was mir als Erstes im Vergleich mit dem Vorbild auffiel, war:
    das 2. Seitenfenster ist beim Original in der Höhe wesentlich kleiner!

    Ich bin da ein wenig optisch geschädigt. Z.B. habe ich sämtliche alten Minitrix E10 (trotz guter Fahr-Eigenschaften) wegen des des falschen Türfensters gegen Hobby-Trains getauscht.
    Oder eine Minitrix E03 war so hochbeinig, dass die Unterkante der Frontfenster mit den Dachkanten der anhängenden D-Zug-Wagen fluchtete. Normalerweise liegt die Dachkante bei allen E-Loks etwa in Mitte der Fenster! Konsequenz: Alle Antriebsräder wurden gegen solche mit kleinerem Durchmesser getauscht (naja jetzt ist sie ein richtiger Tiefflieger).

    1. Ja, diese Fensterhöhe ist wirklich geringer. Ich habe ein schönes Foto aus dem Mai 1980 aus Passau.
      Ansonsten liegt mir mehr an der Funktion als am ultragenauen Aussehen. Und die Basis der Funktion ist Mechanik, ohne ordentliche Stromaufnahme kann Elektronik nicht funktionieren. Meine Loks/Züge müssen fahren und nicht in der Vitrine hochveredelt stehen.
      Kann man hier solch ein Foto hochladen?

  4. Ich freue mich schon sehr auf den Zug. Die anderen, die hier bereits komentiert haben, haben schon vieles erwähnt, was wichtig ist.
    Fahren soll er gut. Stromaufnahme muss zuverlässig sein. Genug Gewicht im Motorwagen ist wichtig. – hiermit verbunden wünsche ich mir einen Antrieb auf beide Drehgestelle um auch bei längeren Zugkompositionen in einer Gleiswendel mit geringen Abmessungen, zuverlässig rauf fahren zu können. Geringer Rollwiederstand ist wichtig..
    Doch ein Thema wurde noch nicht angeschnitten:
    Die Vorbildgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit, die das Modell fährt. – hier wünsche ich mir, dass der Zug auch gute Langsamfahreigenschaften hat und eine wirksame große Schwungmasse 🙂
    Die Details sind mir dagegen nicht so wichtig, wenn der Gesamteindruck stimmt und das Fahrzeug für den Fahrbetrieb geeignet ist 🙂
    Ich wünsche Euch viel Erfolg dabei und hoffe auf baldige Neuigkeiten 🙂
    Viele Grüße, Florian

    1. Ich denke, wir haben diesen Punkten Rechnung getragen. Selbstverständlich gibt es Schwungmasse und Antrieb auf beide Drehgestelle.

  5. ein wunderschönes Vorbild und für die N- Bahner ein super Modell.
    Ich bin Spur Nuller / Maßstab 1zu45 und hätte sehr gerne auch ein Modell vom ET403.
    Würden es die hier gezeigten 3D – Daten hergeben, ein Standmodell (Gehäuse und Drehgestelle) daraus zu drucken? Den Antrieb baue ich mir selber …

    Viele Grüße
    Norbert

  6. Die 3D – Daten muß ich garnicht haben, die können gerne bei Ihnen bleiben.
    Die Frage war lediglich, ob Sie mit Ihren Daten auch ein schönes Standmodell (Mockup) in 1:45 – Maßstab drucken könnten. Sie drucken mit Ihren Daten das Gehäuse und die Drehgestelle und den Ausbau mit Antrieb, Dekoder, usw. mache ich dann selber.
    Mit Sicherheit bin ich nicht der einzigste Spur Nuller, der diesen traumhaft schönen Triebwagen gerne hätte.
    Im Forum des Spur Null Magazin (SNM) könnten Sie schnell rausfinden, wieviele Interessenten es dafür gäbe.
    Ich schätze mal pessimistische 20 bis 50 Stück.

    1. Nein, das ist nicht möglich. Wandstärken wären viel zu groß, Details zu grob, wenn man den Datensatz einfach größer druckt. Dies würde in einem vom Gewicht her sehr schweren und extrem teuren 3D Druck enden. Eine Umkonstruktion lohnt hier nicht.

Schreibe einen Kommentar zu Walter Ossig Antworten abbrechen